Professionelles Delikt- und Schadensfallmanagement

Nora Nörenberg

Gastbeitrag von Peter Zawilla (FMS Fraud & Compliance Management Services GmbH).

Wirtschaftskriminelle Handlungen, Missmanagement und Bearbeitungsfehler können zu einer ernsthaften Bedrohung für Unternehmen werden. Ein professionelles Delikt- und Schadensfallmanagement hilft dabei, materielle Verluste, aber auch Reputationseinbußen für das Unternehmen vorzubeugen. Nicht selten leiden Unternehmen unter einem massiven Vertrauensverlust der Kunden und Geschäftspartner nach wirtschaftskriminellen Angriffen.

Wolkenkratzer aus der Froschperspektive

Schadensfälle sollten daher jeweils von Beginn an professionell behandelt werden. Hierzu muss für auftretende Delikt- und Schadensfälle ein entsprechender Handlungsrahmen in Form eines Schadensfallmanagementleitfadens vorhanden sein. Der Handlungsrahmen sollte Regelungen zur Vorgehensweise bei der Vielzahl der möglichen strategischen und operativen Facetten von Delikt-/Schadensfällen enthalten.

Eine professionelle sowie vollständige Aufdeckung, Aufklärung und Aufarbeitung von bekannt werdenden Unregelmäßigkeiten sollte schon allein im ureigenen Interesse einer Geschäftsleitung sowie deren Anteilseigner liegen. Zudem bestehen für die Geschäftsleitung auch entsprechende grundsätzliche (aufsichts-)rechtliche Pflichten. Schadensfälle sind nicht planbar. Planbar ist dagegen die Reaktion auf wirtschaftskriminelle Handlungen, Missmanagement und Bearbeitungsfehler im Unternehmen. Dazu gehört auch das frühzeitige Hinzuziehen von spezifischer Fachexpertise.

Vorgehen und Umsetzung für Ihr Delikt- und Schadensfallmanagement

Bei der Aufarbeitung von Unregelmäßigkeiten geht es darum,

  • präzise den Sachverhalt mit allen Hintergründen sowie der konkreten Vorgehensweise unter Beachtung und Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen und Anforderungen zu ermitteln. Dies schließt ebenfalls die Ermittlung des materiellen Ausmaßes und der Höhe des voraussichtlichen Schadens ein,
  • alle möglichen Maßnahmen zur Schadensminimierung und Schadensrückgewinnung sowie – sofern erforderlich – zur Widerherstellung der Reputation auszuschöpfen,
  • Schwachstellen im Internen Kontrollsystem (Abk.: IKS) des Unternehmens sowie Fehlverhalten der beteiligten Mitarbeiter und Führungskräfte aufzuzeigen. Ausgehend hiervon sollten Maßnahmen zur Optimierung von Arbeitsabläufen bzw. -prozessen sowie des IKS erarbeitet werden („Lessons Learned“).

Bei der Umsetzung eines professionellen Delikt- und Schadensfallmanagements geht es im Wesentlichen darum, zum passenden Zeitpunkt die erforderlichen angemessenen und zielführenden Entscheidungen zu treffen sowie Einzelmaßnahmen einzuleiten.

Die zahlreichen dabei zu beachtenden und teilweise sehr unterschiedlichen Aspekte bei der unternehmensinternen Bearbeitung von Delikt- und Schadensfällen sind der nachstehenden Prozessdarstellung zu entnehmen:

Prozessdarstellung für die Bearbeitung von Delikt- und Schadensfällen
Prozessdarstellung für die Bearbeitung von Delikt- und Schadensfällen

Ergebnisse für Ihr Delikt- und Schadensfallmanagement

Im Ergebnis muss ein Unternehmen kurzfristig in der Lage sein, auf Delikt- und Schadensfälle jedweder Art schnell und angemessen zu reagieren. Wichtig ist dabei, dass Fehler vermieden werden, die in der Folge im schlechtesten Fall mehr Folgen/Konsequenzen bedeuten als durch den eigentlichen Delikt- und Schadensfall bereits entstanden sind.

Dabei gilt stets der Grundsatz: „Wann baute Noah seine Arche? VOR der Sintflut!“

Eine ausführliche Beschreibung für ein professionelles Delikt- und Schadensfallmanagement können Sie in der Buchreihe „Fraud Management“ nachlesen. Erschienen sind die Fachbücher im Frankfurt School Verlag:

Newsletter mit interessanten Beiträgen

Was gibt es Neues? Profitieren Sie von aktuellen und kostenfreien Arbeitsvorlagen, Buchartikeln, Seminarempfehlungen, Best-Practice-Ansätzen uvm. – so können Sie Ihre Arbeitsabläufe optimieren und neues Wissen in der Praxis einsetzen.

Hier geht es zur Anmeldung.

Zur Übersicht